Indien hat zwei umfangreiche Ziele, deren Erreichen von der Batterieherstellung abhängt, erstens: ein 100%iges Elektrofahrzeug (EV), zweitens: 450 Gigawatt installierte Kapazität bei der Erzeugung von erneuerbarer Energie. Die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien, die derzeit für EV in Betracht gezogen werden, befindet sich in Indien in der Entstehung. Notwendig wäre eine Strategie, die es der indischen Regierung ermöglichen würde, das Wachstum auf dem Gebiet der Batterieherstellung in Indien zu beschleunigen. Man erwartet, dass die EV-Batterien in Indien ein Potenzial von ca. 300 Milliarden US-Dollar haben, was enorm viel ist. Außerdem wird erwartet, dass Indien für ungefähr ein Drittel des weltweiten Verbrauchs von EV-Batterien verantwortlich sein wird. Abgesehen vom Bedarf an Batterien für EV wird eine hohe Nachfrage nach stationären Batteriespeichersystemen prognostiziert, die für die Integration der intermittierenden Erzeugung erneuerbaren Energien erforderlich sind. Mit der steigenden Beliebtheit von Lithium-Ionen-Batterien, die eine höhere Lade- und Entladerate bewältigen können, ist auch der Einsatz von Batterien in Zusatzgeräten gestiegen.

Da Indien auf dem Gebiet der fortschrittlichen Batteriechemie relativ neu ist, verfügt das Land über begrenzte Erfahrungen in der Entwicklung von Batterietechnologien der neuen Generation. Was die Organisation der Batterieproduktion betrifft, steht Indien hauptsächlich vor drei Herausforderungen: Steigerung des Produktionsvolumens, Infrastruktur und Ressourcen sowie weltweite Konkurrenz.

Die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien besteht aus drei Phasen. Die erste ist die Beschaffung von Batteriechemikalien, die für ca. 35 bis 40 % der Gesamtkosten verantwortlich sind. Die zweite ist die Zellenproduktion, die 25 bis 30 % des Produktwerts ausmacht. Und die dritte umfasst die Verarbeitung der Zellen zu Batteriepacks. Während die indischen Unternehmen schon angefangen haben, Packs aus Zellen herzustellen, muss die Produktion der Zellen noch gefördert werden. Erreicht werden kann das beispielsweise durch einen auf Zusammenarbeit beruhenden Ansatz wie Joint Ventures (JV), in denen jedes Mitglied einen bestimmten Prozentsatz der gesamten Anteile besitzt. Die Vorteile von Joint Ventures liegen in einer höheren Glaubwürdigkeit, geteilten Investitionen und geteilten Kosten, Eigenschaften, die helfen, schnell in einen neuen Markt einzutreten.

Außerdem sollte die Regierung die Beschaffung von Materialien fokussieren, die für die Produktion von Zellen erforderlich sind. Die indische Regierung plant, im eigenen Land nach den erforderlichen Ressourcen zu suchen, und nimmt gleichzeitig kluge Investitionen in Minen im Ausland vor. Darüber hinaus ist es möglich, die erforderlichen Rohstoffe durch das Recyceln von alten Batterien zu gewinnen. Der zunehmende Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien macht es notwendig, die Batterien zu recyceln, um am Ende des Nutzungszeitraums nachhaltig mit ihnen umzugehen.

Indien könnte sich darauf konzentrieren, in der Anfangsphase des Aufbaus der Batterieherstellungsindustrie ein weltweiter Lieferant von Zusatzgeräten zu werden. Zusatzgeräte wie Trockenräume, Schweißgeräte, Verschließmaschinen, Stapelmaschinen, Elektrolytfüllmaschinen und Prüfgeräte sind für die Batterieproduktion unerlässlich. Auch die Herstellung von Plastik für Separatoren und Gehäusekomponenten, Tanks, Geräte für Verarbeitung und Handling sowie Vorrichtungen fürs Handling könnte gesteigert werden. Zudem muss die durch Batterien zunehmende Nachfrage nach Kupfer- und Aluminium-Sammelschienen berücksichtigt werden. Ebenso könnte die Fertigung von Komponenten für Lithium-Zellen, beispielsweise Graphit-Anoden, Kathoden und Separatoren, hochgefahren werden.

Die Koordination zwischen Playern in der Industrie und staatlichen Aufsichtsbehörden kann dabei helfen, eine Richtung für die Organisation der Batterieproduktion zu definieren. Die indische Regierung plant, Indien zu einem globalen Produktions-Hub zu machen, und bietet Anreize dafür. Vor kurzem hat das Finanzministerium ein Production-linked-incentive(PLI)-Plan mit einer geplanten Investition von 18.100 Crore Indische Rupien/180 Milliarden Indische Rupien innerhalb von 5 Jahren aufgestellt, um die Produktion, den Export und die Lagerung von Advanced Chemistry Cells (ACC) anzukurbeln. Indien hofft, mithilfe dieses Plans seine Abhängigkeit von Batterie-Importen zu senken und ein robustes Produktions-Ökosystem aufzubauen.