Mehr Lärm, weniger Substanz

Heutzutage wird viel Lärm um weltweit agierende Unternehmen gemacht, die versuchen, in der sich ständig weiterentwickelnden Branche der Neuen Energien nicht an Bedeutung zu verlieren. Die meisten dieser Anstrengungen sind leider darauf ausgerichtet, ein Übel durch ein anderes zu ersetzen. Ziel muss aber sein, sich auf die Nachvollziehbarkeit des CO2-Fußabdrucks jedes dieser globalen „Powerpakete“ zu konzentrieren, damit wirklich CO2-neutrale Produkte entwickelt werden, die darauf angelegt sind, dass die ambitionierten Klimaziele der Regierungen für die nächsten Jahrzehnte erreicht werden. So wie die Dinge jetzt aussehen, streben wir zzt. CO2-Neutralität an, ohne feste Ziele für die Nachvollziehbarkeit in der Lieferkette zu haben.

 

Eine existentielle Krise zeichnet sich ab

Jeder der Klimaberichte hat die Tatsache bestätigt, dass wir Menschen an einem Scheideweg stehen: Der Klimawandel nähert sich einem Niveau, das letztendlich zur Unbewohnbarkeit der Erde führen würde. Dennoch ist die Einführung sauberer und erneuerbarer Energien nur ein Schritt von vielen, die nötig sind, um dieses viel umfangreichere Problem anzupacken. Die meisten Emissionen werden von den sich entwickelnden und noch nicht entwickelten Nationen ausgestoßen, in denen das Umweltbewusstsein an der Basis noch immer sehr rudimentär ist. Wenn wir die Krise bewältigen wollen, müssen wir in diesen Ländern mehr Bewusstsein für unsere Umwelt schaffen. Verständlicherweise sind das Festlegen von „Klimazielen“ oder das Erzwingen von Verboten für „ICE-Anwendungen“ nicht die beste Lösung für Länder, die noch immer darum kämpfen, stabile Energiequellen für Haushalte oder gar Industrie oder Wirtschaft sicherzustellen. Um jetzt tatsächlich etwas in den Ökosystemen zu bewirken, ist eine gemeinsame disruptive Vorgehensweise nötig, die alle lokal und global beteiligten Interessengruppen miteinbezieht und den gesamten Vorgang optimiert.

 

Kreislaufwirtschaft schaffen

Man hört regelmäßig Ausdrücke wie „The Million Mile Battery“ und „Afterlife of Spent Batteries“ (Einsatzmöglichkeiten für Batterien am Ende ihres Lebenszyklus), aber bisher wird wenig dafür getan, die zugrundeliegenden Probleme anzugehen. Recycling konzentriert sich traditionellerweise auf die Pyrometallurgie, bei der Batteriemetalle (vor allem Bleisäure) mithilfe von riesigen Öfen recycelt werden, ein Vorgang, bei dem mehr Kohlenstoff emittiert wird als während des gesamten Lebenszyklus der Batterien. Wir von Naya Energy schaffen eine Grundlage, die viel besser für die Wiedergewinnung von wertvollen Metallen aus Batterien geeignet ist – von wertvollen Metallen, die nicht unendlich verfügbar sind und die sonst für immer verloren sein können. Während man bei Blei eine Recyclingquote von mehr als 99,7 % erreicht hat, steht man im Bereich der Batterien beim Recycling von Ausgangsmetallen wie Lithium, Kobalt, Nickel etc. nach wie vor fast ganz am Anfang. Unser Ziel ist es, Hydrometallurgie zu nutzen, und zwar in Verbindung mit einer proprietären Lösung, um diese Metalle zu mehr als 70 % wiederzugewinnen und der Lieferkette wieder zuzuführen. Ohne fürchten zu müssen, dass diese Metalle für immer verlorengehen.

Die Abhängigkeit von endlichen Metallen reduzieren

Wenn wir tatsächliche eine Strategie für saubere Energie für den Massenmarkt entwickeln wollen, müssen wir von den heute weit verbreiteten Basismetallen für Batterien abkommen. Bei Naya Energy experimentieren wir mit Metallen, die erneuerbar und allgemein verfügbar sind und einen Bruchteil der Kosten für die zurzeit größtenteils weltweit genutzten Batterien verursachen. Ein Beispiel sind die Metall-Luft-Batterien, die auf dem Vormarsch sind und von manchen sogar als der „Heilige Gral“ (Zink-Luft) bezeichnet werden. Obwohl hier die eigentlichen Herausforderungen die Zyklizität und die Energiedichte sind, erzielen wir immer häufiger positive Ergebnisse beim Einsatz als Energiespeicher und hoffen, dass wir auch bei Anwendungen im Mobilitätsbereich weiterhin auf Erfolgskurs bleiben werden. Um die Dinge ins rechte Licht zu rücken: Die Kosten pro Kilowattstunde liegen bei diesen Batterien interessanterweise zwischen 20 und 30 US-Dollar, das ist nur ein Bruchteil der Kosten für Lithiumanwendungen (LiFePo4, NMC usw.), die weithin genutzt werden. Wir sind fest davon überzeugt, dass es sich lohnt, diesen Ansatz zu verfolgen und weiter zu erforschen, parallel zur „Solid-State-Batterie“ (Festkörperbatterie), auf die die meisten Unternehmen ihre gesamte Forschung und Entwicklung ausrichten.

 

Die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen und auf Dauer angelegten Herangehensweise

Es gibt zahlreiche Unternehmen, die auf unrealistischen Bewertungen und überambitionierten Zielen aufbauen. Wir bei Balu finanzieren unsere Forschung und Entwicklung seit 2017 selbst, um so eine Grundlage zu schaffen, auf die unsere Stakeholder mit Recht stolz sein können. Wir fördern betriebseigene Talente und sorgen dafür, dass unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung unsere Bottomline nicht beeinflussen. Unsere Vision ist, kein Phantasiegebilde, sondern etwas Fundiertes aufzubauen, damit unser Unternehmen auf Dauer angelegt ist und von Bedeutung bleiben kann, und das in einer Zeit, in der der Wert von Unternehmen auf der Basis von utopischen Zielen und Prognosen beurteilt wird. Wir werden kontinuierlich danach streben, jede unserer New-Energy-Säulen auf den starken Prinzipien und Pfeilern des Erfolgs aufzubauen, die Balu seit mehr als drei Jahrzehnten zu einem globalen Unternehmen machen.